Es ist für uns verweichlichte Menschen furchtbar, ein Tier leiden zu sehen.
Unvorstellbar, zu glauben etwas dagegen tun zu können, und es dann
nicht zu machen, resp. zu unterlassen.
Nachdem die Aussentemperatur wieder unter 5°C gefallen ist, und längerem
Beobachten der Ameisen an der Kälte, habe ich mich dazu entschlossen,
diese "armen" Tierchen wieder in die Wohnung hinein zu nehmen
Denn 1. war (meiner Meinung nach) die Winterruhe lange genug und
2. bekomme ich hier drinnen bei über 23°C sicher keinen Schnupfen.
Der Umzug verlief problemlos: abhängen - reintragen - aufhängen - fertig.
Das Mikroskop, die Lupe und die Taschenlampe waren auch schnell im
Warmen und mussten sich nur kurz aklimatisieren.
So langsam kommt wieder etwas Leben ins Nest.
Nach wenigen Sekunden fangen die Ameisen an sich zu putzen.
Der schnelle Wechsel von 5°C auf 23°C scheint ihnen überhaupt nichts
auszumachen. Es scheint allen gut zu gehen. Viele haben sogar recht
pralle Gaster.
Nachdem sich die einzelnen Ameisen geputz haben, machen sie bei
ihren Schwestern, der Brut, der K. und den Kammern weiter.
Jeder und alles wird gründlich mit den Fühlern betastet und geputzt.
Nach etwa 30-60 Minuten bewegen sich alle bereits wieder mit ihrer
normalen Geschwindigkeit.
In den oberen Kammern, welche eben noch leer waren, tummeln sich
einige Arbeiterinnen, wovon sich eine ziemlich zielstrebig nach oben
vorarbeitet.
Für den Fall, dass sie bereits nach Nahrung suchen, lasse ich 5-10
kleine Rohzucker-Kristalle in die "Arena" fallen und platziere ein
Wattestäbchen, mit etwas Honig daran, oben rechts in der Ecke.
Einige wenige, 1mm kleine Schinken-Stückchen sollten den Eiweissbedarf
der Brut fürs Erste ebenfalls abdecken.
Ach, --- ich könnte ihnen 24 Stunden am Tag zusehen.